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Digitale Disruption - Sitzen Sie noch bequem?

Anlässlich der Keynote-Reihe von Dr. Michael Prohaska (the tean®) im Rahmen der von der VNL Österreich organisierten Logistiktage in Linz und Bregenz haben wir für all diejenigen, die es nicht geschafft haben, vorbeizuschauen oder sich einfach zu dieser Thematik informieren möchten, die vorgetragenen Kerninhalte hier zusammengefasst.

 

Warum eigentlich der Titel „Sitzen Sie noch bequem“?

Zugegebenermaßen wollen wir aufrütteln! Längst sind wir im Zeitalter der Digitalisierung angekommen, Studien weisen darauf hin, dass in 20 Jahren 50 % der Jobs verschwunden sein und 40 % der heutigen Unternehmen nicht mehr existieren werden. Und was passiert? Viele Unternehmen sehen zwar Handlungsbedarf, doch viele verhalten sich dabei zurückhaltend und zögerlich.

Wir sind der Frage nachgegangen, wie die Digitale Disruption auf die Menschen und Ihre Unternehmen wirkt und welche Möglichkeiten es gibt, erfolgreich in der digitalen Welt zu bestehen.

 

04 Zusatz Schwimmer

 

Die Digitale Disruption betrifft uns alle.

Die Digitalisierung hat wesentliche Auswirkungen auf uns Menschen, die Gesellschaft, die Arbeitsplätze, die Unternehmen.

Nehmen wir das Berufsbild des Arztes als Beispiel her: Ärzte werden ihre Patienten weiterhin behandeln, aber die Diagnose eines Blutbefundes, EKGs oder Röntgenbilds wird von einer Maschine durchgeführt werden. Oder der Anwalt: Selbstverständlich wird er uns auch in Zukunft vor Gericht vertreten, aber die Vertragsgestaltung oder Vertragsprüfung werden Algorithmen (sogenannte Robots) übernehmen.

Die Datenmenge steigt.

Wussten Sie, dass in den letzten zwei Jahren 90 % der gesamten Daten weltweit generiert wurden, aber nur 12 % der Daten in Unternehmen auch wirklich genutzt werden?

Die Datenmenge verdoppelt sich weltweit alle zwei Jahre.

2020 werden 50 Mrd. mit dem Internet verbundene Dinge („Internet of Things“) und 6 Mrd. Smartphones existieren.

2010 waren etwa 2 Mrd. Menschen mit dem Internet verbunden, 2020 werden es 5 Mrd. sein - mehr Wissen, mehr Ideen, mehr Innovationen!

Wo stehen die Unternehmen heute?

In unserem Beratungsalltag konnten wir hinsichtlich unserer Gesprächspartner folgende Typen erkennen:

 

Typ 1 – Die digital Fortgeschrittenen

Das sind jene Unternehmen, die uns vorleben, wie es gehen kann.

Am besten beschrieben anhand eines Beispiels: Ein international agierender Kunde im Textilbereich – bevor eine Kollektion auf den jeweiligen Markt mengenmäßig festgelegt wird, wird der regionale Response der Kunden auf erste Kollektionsteile (Verkäufe im Shop, Social Media Reaktionen – auch von Bloggern) analysiert und auf Basis eines Prognosemodells (Stichwort: Predictive Analytics) eine Aussage über den Erfolg der Kollektion am jeweiligen regionalen Markt getroffen. Dies dient der Entscheidungsunterstützung über Mengen und Sortimente bei der Disposition der Kollektion. Der Prozess ist agil. Und das Kundenverhalten wird in die Prozesse einbezogen.

Faktum ist: Solche Unternehmen nutzen ein Netzwerk aus internen und externen Data Scientisten sowie analytische Modelle und haben vor allem eines vor Augen – das klar definierte Ziel!

Trotz fortschrittlichen Denkens finden sich in dieser Gruppe aber auch Unternehmen, die sich dem Thema der Digitalisierung zwar nähern, aber noch in der Findungsphase sind. Sie sind über Technologien, Methoden etc. bestens informiert, haben auch den einen oder anderen Data Scientisten eingestellt bzw. eine Big Data Infrastruktur bereits aufgebaut. Aber es bleibt der Beigeschmack des Probierens! Die Erwartungen haben sich noch nicht eingestellt.

Denn es fehlt – wie oben bereits angeführt - das klar formulierte Ziel!

Was ist unsere Empfehlung?  Reflektieren Sie das bisher Erreichte. Reflektieren Sie auch, ob die eingesetzten analytischen Methoden die richtigen sind, ob es ggfs. auch Bedarf eines Analytics Ausbildungsprogramms gibt? Und letztlich, ob die Ziele der Digitalisierung ausreichend klar definiert sind. Reflexion ist im Digitalisierungsbusiness ein absolutes MUSS!

 

Typ 2 – Unternehmen, die Ihren „Datenschatz heben“ wollen

Oft investieren diese Unternehmen hohe Summen in die IT – ERP Systeme, Telematiksysteme, DWH-Systeme, CAD/CAM-Systeme werden geschaffen. Es gibt eine unglaubliche Dichte an Daten über Kunden, Produkte, Transaktionen, Auslastungen, Maschinenzustände, Planungsparameter etc. Doch die Daten geben zu viele Antworten, der Fokus fehlt und der mögliche Business Value wird nicht erkannt. Business Value bedeutet für uns in diesem Zusammenhang, dass nur das getan wird, das auch einer unmittelbaren Bewertung in Euros standhalten kann.

Oft hören wir, zumeist aus dem IT-Bereich der Unternehmen, dass ohnedies ausreichend Daten vorhanden seien, es aber an den Fachabteilungen läge, diese auch zu nutzen. Aber es reicht nicht, Reports und Statistiken zu schaffen, dem Management den „200sten“ Report vorzulegen. Um den Datenschatz zu heben, liegt es daran, die Zusammenhänge der Daten zu erkennen! Diese müssen geschaffen werden.

Entscheidungsunterstützung und Entscheidungsautomation sind die Schlüsselfaktoren in der digitalen Zukunft. Maschinen (Algorithmen etc.) bereiten Entscheidungen so vor, sodass der Mensch zum Zeitpunkt der Entscheidung einen Vorschlag erhält, wie er entscheiden sollte. Die Unmengen an Zusammenhängen, Ähnlichkeiten, Regeln, Prognosen etc. können von Maschinen wesentlich einfacher erkannt werden.

Der Mensch nutzt diese neue Qualität an Informationen zur Entscheidungsfindung bzw. Kontrolle.

Dazu ein Beispiel aus der Hörgerätebranche:

Ein sehr erfolgreiches Hörgerätefachgeschäft mit mehr als 1,2 Mio Euro Jahresumsatz wollte mehr über die Zusammenhänge zwischen Hörverlust des Kunden und seinem Interaktionsverhalten zum Geschäft erfahren. Ziel war dabei die gezielte Kundenansprache im Hinblick auf deren spezifischen Profile. Wir haben ein Kundenprofiling durchgeführt und konnten auf Basis analytischer Methoden auf die Anforderung hin ausgerichtete Kundengruppen identifizieren. Jeder so gefundenen Kundengruppe wurden nur jene Informationen und Aktionen zugänglich gemacht, die ihrem Profil entsprachen (Stichwort Targeted Marketing). Der Erfolg der daraus abgeleiteten Kampagne war so groß, dass die nächste Kampagne aus Kapazitätsgründen verschoben werden musste.

Fazit: Der Datenschatz wurde gehoben, der Nutzen, das Erkennen von Zusammenhängen, gestiftet.

 

Typ 3 – Unternehmen, die neue Geschäftsmodelle suchen

Digitalisierung als Business Chance!

Viele Unternehmen stecken in ihren Alltagszwängen. Vor allem Logistik-Unternehmen sind gefordert – Kostenreduktion, Kundenorientierung, Agilität. Das berühmte Schlagwort „Stuck in the middle“.

Oft werden wir von Unternehmen geholt, um gemeinsam mit Ihnen Möglichkeiten des Digitalen Business bzw. die Nutzung digitaler Methoden zur Findung neuer Geschäftsinhalte zu analysieren.

Ein Beispiel:

Ein internationaler Logistikdienstleister hat sich auf die Abwicklung von Logistikdienstleistungen für Unternehmen mit Online-Services spezialisiert. Das Unternehmen denkt darüber nach, sein Geschäftsmodell zu erweitern. Die Idee ist eine digitale Logistikplattform, die aus gewonnenen Transaktionsdaten für die an der Plattform beteiligten Unternehmen Prognoseinformationen über Trends und Kundenverhalten von Endverbrauchern (bsp. regionale Nachfragedaten) liefert. Das Logistikunternehmen wird somit auch zum Informationsprovider, was ihn letztlich attraktiver im Vergleich zu anderen Logistikdienstleistern macht.

In diesem und vielen anderen Fällen hilft die Digitalisierung, neue digitale Produkte oder Geschäftsmodelle zu realisieren! Die Wege dazu sind unterschiedlich!

Ein Weg, den wir Unternehmen auch anbieten, um strategische Weichenstellungen mittels Digitalisierung zu finden, ist die Digitale Marktanalyse.

Die klassische Markt- und Technologieanalyse, so wie es viele Unternehmen kennen, verfolgt den Ansatz, eine oder mehrere Expertenstudien über die Marktpotenziale für neue Technologien oder Märkte durchzuführen. Dabei müssen in der Regel einige Grundparameter wie z.B. Markt- oder Technologiesegmente, definiert werden.

Dem gegenüber wird mittels Digitalisierung, also geeigneter analytischer Methoden, die digitale Spur der Mitbewerber, Kunden, Kunden der Kunden, Stakeholder oder Leitunternehmen auf neue Trendthemen hin gescreent.  Das ist ein komplett anderer Ansatz!

Analytische Methoden (Crawling Technologien) machen es möglich, aktuelle Trendthemen zu erkennen und diese dann für tiefere Bewertungen als auch Maßnahmen zu nutzen.

Fazit zu diesem Typus: Tauschen Sie sich mit Digitalisierungsexperten aus, wie Sie Ihre strategische digitale Ausrichtung finden und umsetzen können.

Last but not least gibt es auch eine vierte Typengruppe, d.s. jene Unternehmen, die sich mit Digitalisierung gar nicht beschäftigen. Aber diese sprechen in der Regel auch nicht mit uns.

Abschließend die zentrale Frage – was gilt es bei der Digitalisierungsreise zu beachten?

 

04 Zusatz Astronaut

 

Wir von the tean® haben hierzu folgende 5 Tipps zusammengefasst:

  1. Wenn Sie es nicht bereits tun – Fangen Sie an, in die Digitalisierungswelt hineinzuschnuppern. Je eher Sie damit starten, umso mehr Zeit bleibt Ihnen für die Wahl der für Ihren Anwendungsfall richtigen Möglichkeiten.
  2. Denken Sie über Ihre Branche hinaus! Für disruptiv denkende Manager existieren keine Branchengrenzen!
  3. Reflektieren Sie das bisher Erreichte!
  4. Erstellen Sie eine digitale Vision! Und vor allem – lassen Sie diese Ihre KollegInnen und MitarbeiterInnen verstehen!
  5. Lernen Sie, mit Daten umzugehen! Sie sind der Schatz Ihrer Unternehmenszukunft!

Und noch eines!

Digitalisierung hat nichts mit IT alleine zu tun. Digitalisierung ist vielmehr eine Unternehmensentwicklung bzw. strategische Ausrichtung. Positionieren Sie Ihr Digitalisierungsteam (bsp. Data Scientisten) nicht in der IT an! Das funktioniert nicht!

 

 

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